DAS GUTE LEBEN – FORTGESETZT

Edukation / 08/10/2016

Dies ist die Fortsetzung des Abschnitts des Buches an dem ich arbeite. Isso. Wer wissen will, was vorneweg stand, der klickt hier.


Wie können wir unser Glück beeinflussen? Die Glücksfaktoren

Dass wir glücklich werden können, und zwar jeder von uns, liegt daran, dass wir Einfluss haben auf unser Glück. Selbst wenn wir heute bei der Beantwortung der obigen Fragen zur Erkenntnis kommen: „Mein Leben ist Schrott und immer passiert nur Mist!“ – so können wir doch etwas daran ändern.

Lyubomirsky

Lyubomirsky, the happy shrink

Prof. Dr. Sonja Lyubomirsky wurde in Harvard und Stanford ausgebildet, lehrt Psychologie an der Universität von Kalifornien, Riverside und hat sich spezialisiert auf Positive Psychologie. Sie kommt zu dem Schluss, dass unsere Gene zu 50% dafür verantwortlich sind, wie glücklich wir werden können. Individuelles Glück ist also zu einem großen Teil eine Frage unseres angeborenen Charakters. Unsere Lebensumstände sind verantwortlich für 10% unseres Glücks. Hier spielen Faktoren wie unser soziales Umfeld, unser Geld und solche Dinge eine Rolle. Und so bleiben noch immerhin 40%, die wir ganz unmittelbar selber beeinflussen können.

Zugegeben, diese Zahlen sind zu rund und zu schön, um wahr zu sein und ja, sie variieren. Unsere Gene beeinflussen unsere Lebensumstände und unsere Entscheidungen ebenfalls und unser freier Wille ist streng genommen auch nur das Resultat aus beiden. Aber wie wir es auch drehen und wenden: Entscheidend ist: Ja, wir können unser Glück beeinflussen. Ob jetzt zu 35, 40 oder 45%, das ist letztlich gar nicht so wichtig, so lange wir wissen: Wir können etwas tun. Und zwar eine ganze Menge. Der Unterschied zwischen 60%, also nichts tun, und 100%, was tun, ist so groß wie der zwischen einer Fußballmannschaft mit sechs oder mit zehn Feldspielern. Das kann spielentscheidend sein. Mindestens. Es gibt also weder einen Grund, noch eine Ausrede, es nicht zu tun. Kein „Ich bin halt nicht fürs Glück geschaffen“ und kein „die Umstände sind halt nicht danach“.

supermarche

Um das Ganze ein wenig konkreter zu machen, um besser zu verstehen, was wir tun können und was nicht, soll uns eine Liste behilflich sein. Es ist eine Liste von Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie wir die beiden oberen Fragen („Ist mein Leben gut?“ und „Hab ich Glücksmomente?“) beantworten. Denn wir alle sind Unikate, jeder von uns ist einmalig und einmalig sind auch die Umstände, in denen wir leben. Unser Charakter und unsere Lebensumstände haben einen Einfluss auf unser Glück und zwar wie folgt :

Schauen wir erst nach innen, auf uns selbst, auf unseren Charakter, so erhalten wir die folgende Charakter-Checkliste:

 

Angeborene Charaktereigenschaften:

Es gibt Teile an uns, mit denen sind wir geboren. Die können wir nicht ändern. Und sie haben einen Einfluss darauf, wie glücklich wir werden können oder sind. Ein Teil unseres Glückspotentials ist also genetisch.

Persönlichkeit: Zum Glück aber sind wir nicht völlig festgelegt. Unsere Persönlichkeit ist jener Teil unseres Daseins, der sich zusammensetzt aus unseren angeborenen Eigenschaften und dem Einfluss, den unsere Umwelt auf uns hatte und hat. Und hieran können wir durchaus ein wenig schrauben.

Unsere Sicht der Welt: Sehen wir eher das Gute oder eher das Schlechte in der Welt? Sind wir optimistisch oder pessimistisch? Wie sind hier unsere Angewohnheiten? Das Gute daran: Angewohnheiten lassen sich ändern. Und wir werden im Verlauf dieses Buches sehen, was wir da konkret tun können.

Resilienz: Das ist unsere Fähigkeit, mit den Widrigkeiten des Lebens fertig zu werden. Unsere Widerstandskraft ist teils angeboren, teils erzogen, aber: Es liegt in unserer Hand, sie zu stärken. Auch hier sind wir keinesfalls verdammt für den Rest unserer Tage weinend in der Ecke zu hocken, nur weil wir das bis jetzt immer so getan haben.

 

Somit: Was uns selbst, unser Wesen, unseren Charakter angeht, so gibt es reichlich Ansätze, um glücklich zu werden. Schauen wir also nach Außen, auf die Welt um uns herum, die natürlich ebenfalls einen großen Einfluss hat auf unser Glück.
Die Umwelt-Checkliste wäre hier:

Ausreichende materielle Ressourcen: Zusammenfassend bedeutet das: Haben wir genug Geld? Genug Geld für ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und unsere grundsätzlichen Ziele zu erreichen? Und lässt sich hier eine konkrete Summe nennen? Diese Frage ist wichtig, sehr wichtig, da kann es keinen Zweifel geben. Und ja, diese Frage soll später noch beantwortet werden. (Wer es vor Spannung nicht aushält, dies hier ist ein Buch, blättern Sie halt vor.)

Ausreichende soziale Ressourcen: Der Mensch ist kein Einzelgänger. Selbst die Introvertiertesten unter uns brauchen soziale Kontakte. Unabhängig also davon, ob wir viele Menschen um uns brauchen und das die ganze Zeit oder nur wenige gelegentlich: Wollen wir glücklich sein, brauchen wir andere.

Eine wünschenswerte Gesellschaft: Diese ist nicht nur mein engstes soziales Umfeld, dies ist gewissermaßen die Welt, in der ich lebe, also beispielsweise mein Land. Gibt es Krieg, Armut, Hass um mich herum? Dann wird das zweifellos einen Einfluss, und zwar einen negativen, auf mein Glück haben.

 

Auf den ersten Blick nun sehen diese externen Faktoren vielleicht aus, als könnten wir sie nicht verändern, als seien wir ihnen ausgeliefert. Dass das aber so absolut nicht stimmt, können wir uns denken, sei hier erwähnt und später bewiesen.
Zusammenfassend ließe sich nun also sagen: Einen bedeutenden Teil unseres persönlichen Glücks können wir selber beeinflussen, indem wir die einzelnen verantwortlichen Bereiche unseres Lebens beeinflussen.

Um die ganze Sache zu verdeutlichen – beziehungsweise vollends zu verwirren – habe ich die bisherigen Erkenntnisse in einer Grafik zusammengefasst. In dieser finden Sie die einzelnen Glücksfaktoren wie „Desirable Society“ und „Social Resources“ und diese sind aufgeteilt danach, ob sie von außen verursacht werden oder von innen , also von Ihnen. Und natürlich können diese Glücksfaktoren einen Einfluss haben darauf, ob Sie einen Glücksmoment empfinden (kurzfristiges Glücksempfinden), oder darauf, wie Sie Ihr Leben an sich einschätzen.

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Was Sie nun zu tun haben, ist relativ leicht ersichtlich: Schauen Sie Sich die grauen Bereiche der Grafik an und füllen Sie die Kästchen mit Leben, mit Taten, meinetwegen auch mit Gedanken, aber auf jeden Fall: Tun Sie was. Und damit diese Aufforderung leichter umzusetzen ist, werden wir uns in folgenden Kapiteln mit eben dieser Praxis befassen.

 

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Glücksmandala: Füllen Sie die Felder aus

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Weitere Abschnitte des Buches behandeln Themen wie: Geld, Monotasking, 7-Minute Workout, Lächeln, Reisen, Sonne, Vergebung, Kant, Moral, Schlaf, Achtsamkeit.

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