DAS GUTE LEBEN (UND WIE ES GELINGT)

Edukation / 08/08/2016

Auszüge aus meinem Buch darüber, wie wir die Wissenschaft nutzen können, um ein gutes Leben zu haben

Glückscover

(Abbildung ähnlich)

Vor ein paar Jahren war ich gezwungen, mein Leben zu ändern und wie sich heraus stellte, hatte und hat das auch viel Schönes. Neben Details wie „Hurra ich lebe noch“ führte es auch dazu, dass ich mich in den letzten Jahren sehr intensiv mit den psychologischen, neurologischen, philosophischen, religiösen, biologischen, ökonomischen und finanziellen Dingen des Lebens beschäftigt habe. Anders gesagt: Ich war gezwungen mein Leben zu ändern und habe in der Wissenschaft nach Antworten und Lösungen gesucht. Sicher, ich hätte auch Teil einer Sekte werden können oder einfach Drogen nehmen können, aber ich bin eher der rationale Typ, ich fühle mich besser, wenn ich Forschungsergebnisse und Experten habe, die mir helfen.

Und da ich also nun Jahre damit verbracht habe, Fakten zu sammeln und diese für mich aufbereitet, strukturiert und anaylisert habe, dachte ich mir: Prima, mir hat das alles sehr geholfen und mein Leben ist mit einem Mal besser denn je. Es wäre doch nett und sinnvoll, meine ganze Arbeit auch anderen zur Verfügung zu stellen. Also bastel ich zur Zeit aus all dem Wissen und meinen eigenen Schlussfolgerungen und Ergänzungen ein Buch, das einen sehr einfachen Zweck erfüllen soll: Es soll uns wissenschaftlich fundiert helfen, ein gutes Leben zu führen. Denn auch wenn das romantisch, esoterisch oder schlicht blöde klingt: Das klappt! Hier also ein erster Ausschnitt aus dem Buch. Es geht um den Bereich „Glück“, denn es gibt drei Bereiche in unserem Leben, die ein Gutes Leben ausmachen und Glück ist einer davon. Also los gehts!


 

[…] Was ist Glück?

Glück ist wie ein Album, vielleicht auch wie ein Aktienkurs

Wir alle wissen (hoffentlich), wie es sich anfühlt, glücklich zu sein. Dieses Gefühl, dieses ganz konkrete und praktische Erleben hat mit der Ausschüttung verschiedener Botenstoffe in unserem Körper zu tun und wir alle haben wohl schon einmal von ihnen gehört, diesen Glückshormonen wie Dopamin, Serotonin und anderen. Interessanter Weise spielen diese chemischen Faktoren bei der wissenschaftlichen Untersuchung des Glücks aber gar keine zentrale Rolle. Denn entscheidender, als biologische Abläufe in unserem Körper in einzelnen Momenten des Glücks ist die Frage danach, was wir selber, was der einzelne Mensch so denkt über sein ganz persönliches Glück. Wenn es darum geht heraus zu finden, was Glück ist und wie wir es erlangen, so ist der meist gewählte Weg der, die Menschen einfach zu fragen.

 

Wenn Wissenschaftler also einen Schritt weiter gehen wollen, wenn sie wissen wollen, was Glück ist, wer glücklich ist und warum, so beginnen sie meist mit eben dieser Frage:

Fühlen Sie Sich glücklich?“

 

Ob wir selbst also glücklich sind oder nicht, das können wir nur selbst wissen. Die Frage nach dem Glück ist eine höchst subjektive und individuelle. Zum Glück aber gibt es eine sehr objektive und allgemeine Wissenschaft vom Glück. Und diese hilft uns, allgemeines Wissen vom Glück umzuformen in ein ganz persönliches Glücksgefühl.

 

Ehe ich nun aufliste, was wir tun können, um glücklich zu sein und zu werden, will ich versuchen zu erklären, was Glück nun genau ist. Klingt seltsam, scheint aber sinnvoll. Wenn wir etwas haben wollen, ist es durchaus hilfreich zu wissen, was das überhaupt ist, was wir wollen. (Wer keine Lust hat auf Theorie, sondern gleich springen will zur Praxis, nur zu.)

glücksritter

Kahneman und Co – Glücksritter der Psychologie

Wissenschaftler verstehen unter Glück die Kombination aus zwei Faktoren. Dr. Edward F. Diener, Professor für Psychologie an der Universität von Illinois nennt diese „Life Satisfaction“ und „Postive Feelings“. Dr. Angus Deaton und Nobelpreisträger Dr. Daniel Kahneman nennen sie „Life Evaluation“ und „Emotional Wellbeing“. Beide meinen aber im Grunde das Gleiche, nämlich:

  1. Wie zufrieden, wie glücklich bin ich mit meinem Leben an sich?

  2. Wie geht es mir jetzt, in diesem Moment? Erlebe ich gerade einen Glücksmoment?

Wenn ich die erste Frage grundsätzlich mit Ja beantworte und die zweite relativ oft bejahe, dann bin ich glücklich. Wenn wir also wissen wollen, ob wir selber glücklich sind, kann man diese Definition von Glück also gar nicht hoch genug bewerten. Denn sie ist ja keine Erfindung von irgendwelchen verrückten Professoren, also etwas neu Geschaffenes. Vielmehr ist es die Erklärung für etwas, was wir alle kennen, was es immer schon gab, was uns aber schwer fiel zu definieren.

 

Wir können uns Glück also vorstellen wie ein Diagramm mit zwei Linien. Die eine ist eine relativ gerade. Die andere ist eine Art Börsenkurs mit Ausschlägen nach oben und unten. Ist die erste oberhalb des Nullpunktes und hat die zweite vor allem Ausschläge nach oben anstatt nach unten, dann sind wir glücklich.

 

Praktisch könnte das dann so aussehen, dass wir z.Bsp. eine Beziehung haben, in der wir glücklich sind (die gerade Linie) und einen Lieblingsclub, der immer wieder gewinnt (zweite Linie), sodass wir also glücklich sind. Oder, wenn‘s blöd läuft, haben wir z.Bsp. einen Job, der uns frustriert und seit drei Wochen Regenwetter. Da wären wir dann nicht so glücklich. (Dies wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich mal zu fragen, wie es um das eigene Leben bestellt ist. Na, eher gut oder eher geht so?)

Glücksgraph

Wie sähe es aus, wenn Sie Ihr eigenes Leben als Grafik darstellen würden?

Diese Definition von Glück zeigt gleichzeitig auch, was Glück eben nicht ist. Dr. Emiliana Simon-Thomas von der Universität von Kalifornien, Berkeley zählt es uns auf.

 

Glück ist nicht:

– alle persönlichen Bedürfnisse befriedigt zu haben

– jederzeit mit dem Leben zufrieden zu sein

– sich jederzeit gut zu fühlen

– nie negative Gefühle zu haben

 

Würden wir Glück so verstehen, wir würden niemals glücklich werden können.

Ich möchte die bisher ausgeführte wissenschaftliche Definition von Glück mal an einem Beispiel erläutern, an einem Bild in der Hoffnung und dem Wissen, dass wir uns Bilder besser merken können als Theorien.

 

Glück als Ganzes, als die Kombination aus Glücksmomenten und Lebenszufriedenheit können wir uns vorstellen, wie Musik hören. Ein Beispiel aus meinem Leben: Ich liebe die Musik von Serge Gainsbourg und „La poupée qui fait“ ist eines meiner absoluten Lieblingslieder. Wenn ich es höre, liebe ich jede Sekunde daran, jeden Ton, jedes Wort, jedes Instrument, jede Kleinigkeit beim Mixing. Dies ist ein Glücksmoment. Höre ich nun das dazugehörige Album, „Vu de l’exterieur“, so ist das zwar eines meiner absoluten Lieblingsalben, ich bin aber nicht von Anfang bis Ende ununterbrochen high und glücklich. Manchmal läuft das Album nur nebenher, dann wieder fällt mir etwas auf, meine Aufmerksamkeit ist wieder voll da und ich spüre das Glück und so geht es hin und her. Das liegt daran, dass ich zum einen gar nicht in der Lage bin, mich so lange 100%ig zu konzentrieren (dabei ist das Album nur etwa eine halbe Stunde lang). Zum anderen aber ist schlicht nicht jeder Moment auf dem Album perfekt. Ja schlimmer noch, der erste Song des Albums, „Je suis venu te dire que je m’en vais“ ist zwar eines der schönsten Lieder der Welt (also in meinen Augen und Ohren), aber ich finde es so dermaßen traurig, dass ich es nie höre, immer überspringe.

 

Und eben das ist das Leben. Das Leben ist ein Album, viele Songs, manche besser, manche schlechter, manche perfekt und andere eher da Gegenteil. Und die Frage die wir uns stellen können ist: Mag ich mein Album? Passt das zu mir? Oder bin ich gezwungen immerzu Musik zu hören, die mich nervt? Also, suchen Sie Sich Ihr eigens Album oder meinetwegen stellen Sie Sich ein Mixed Tape zusammen. Tanzen Sie, singen Sie mit, stehen Sie eine Weile einfach nur rum und warten Sie bis der nervige Song vorbei ist (auch wenn andere den vielleicht total super finden). Es ist Ihr Leben, Ihre Party, Ihr Album.

(Weiter ginge der Abschnitt hierfortgesetzt

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken


Soweit dieser erste Ausschitt. Wie liest sich das? Lust, mir das hier zu verraten?


Schlagwörter: , , , , , , , , , ,




Previous Post

LIEBE JOURNALIST(INN)EN, WIR MÜSSEN REDEN!

Next Post

DAS GUTE LEBEN - FORTGESETZT