LIEBE JOURNALIST(INN)EN, WIR MÜSSEN REDEN!

Socio.Politico / 08/04/2016

medien


Liebe Freunde, liebe ehem. Kollegen, liebe Journalisten und Redakteure etc,
Liebe Leser, User, Zuschauer, etc,

 
geht’s Euch nicht auch manchmal wie Jack Johnson?

„Why don’t the newsmasters cry when they read about people who die?“

Genau das Selbe meinen ja auch die Smiths: Die Nachrichten brachten die News von einer Katastrophe und danach wurde lustige Musik gespielt. „Hang the DJ„.
 
Was ist los mit uns allen, dass uns das Pokalfinale im Zweifel wichtiger ist, als 3.000 Tote in Bangladesh?

 
Ich hatte die Tage eine Facebook Diskussion. Eine Freundin bedauerte, dass in Syrien die Kinder sterben und es uns egal ist. Kurz darauf erschoss der Amokläufer in München Kinder. Eine andere Freundin, Journalistin in Wien, berichtete darüber und fühlte sich ungerecht behandelt. Immerhin arbeite sie hart dafür, von München zu berichten, weil das wichtig sei. (Beide Positionen sind hier sehr(!) verkürzt wiedergegeben!) Und wie so oft hatten beide Recht. Es ist ganz normal, dass es Ereignisse gibt, die uns wichtiger sind als andere. Aber es ist gleichzeitig auch absolut unmoralisch, ja zynisch.
 
Und da ich nunmal ein hoffnungsloser Idealist, Romantiker und Moralapostel bin, wäre hier eine ganz ganz kurze Analyse dieses Dilemmas plus (quasi als value added feature) ein Vorschlag, was wir tun können, damit alles alles besser wird.
 
Die Zusammenfassung lautet:
Aufgrund von Technik und Globalisierung hängt alles mit allem zusammen. Nur wenn die Medien uns helfen zu verstehen, dass alle Menschen gleich sind und gleich viel wert sind, können wir die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen.

 
1. Wir alle verstehen, wie die Medien funktionieren und warum. Entscheidend ist das Stichwort „Relevanz“, was bedeutet: Es gibt Themen, die uns näher und wichtiger sind als andere. Hierauf reagiert die Berichterstattung. Hinzu kommen die Möglichkeiten der modernen Medienlandschaft, die als eine Art Katalysator verständlicher aber bedauernswerter Aspekte von Konsumentenwunsch und Produzentenzwängen agieren.

 
2. Wissen wir einerseits, dass es in der Natur des Menschen liegt, dass uns nahe Dinge und Menschen wichtiger sind als uns ferne, so wissen wir andererseits auch, dass alle Menschen gleich sind und uns der Tod fremder Menschen nahe gehen „müsste“.
 
3. Wir haben hier eine Diskrepanz zwischen bedauernswerter Realität und erstrebenswertem Ideal.
 
4. Aufgrund der modernen Medienlandschaft sowie internationaler politischer Verstrickungen, bedingen sich uns nahe und uns ferne Ereignisse gegenseitig. Schlagworte wie Internet, Facebook, Golfkrieg, IS zeigen, wie wenig eine Trennung von „wir hier“ und „die da“ noch praktikabel ist.
 
5. Wollen wir also in unserem eigenen Interesse und Wunsch nach körperlicher und psychischer Unversehrtheit sowie gemäß unserem Wunsch nach einer guten und moralischen Welt Einfluss nehmen, so müssen wir die offensichtlichen Diskrepanzen beseitigen. Alles hängt mit allem zusammen.
 
6. Praktisches Fazit: Wir müssen radikal verstehen und leben, dass alle Menschen gleich sind. Nur so begreifen und leben wir unsere gemeinsame Verantwortung. Erst, wenn uns ferne Menschen wirklich wichtig sind und wir ihnen, können wir hoffen zu verhindern, dass wir uns in den gegenseitigen Verstrickungen alle gegenseitig ermorden.
 
7. Die große und in dieser neuen Dimension neue Herausforderung für die Medien ist es, uns allen zu helfen das zu schaffen.
 
Wir haben eine globale Verantwortung. Wir brauchen eine globale Relevanz.


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