WIR SIND ALLES KREATIONISTEN

Edukation / 07/26/2013

UND GLAUBEN AN DEN LIEBEN GOTT

Kreationismus

Die blöden Amis

Was lachen wir nicht gern von oben auf die Amerikaner herab, weil sie so naiv religiös sind. Besonders lustig sind da jene christlichen Fundamentalisten, die sich Kreationisten nennen und doch tatsächlich glauben, dass das was in der Bibel steht auch stimmt, also wortwörtlich! Dass also Gott die Welt geschaffen habe in einer harten sechs-Tage-Woche inklusive Bergen, Meeren, Pflanzen, Tieren und, um der Sache die schöpferische Krone aufzusetzen, den Menschen. Das alles ist so so absurd und fern von Beweisbarkeit, dass nicht einmal der Papst an sowas glaubt – und dessen Glaube ist ja legendär!

Triumph der Aufklärung – not

Hier in Deutschland, wenn nicht gar in ganz Europa, sehen wir das anders, nämlich viel wissenschaftlicher, aufgeklärter, nüchterner. Wir sehen in der Welt Urknall und Evolution und Anpassung und Survival of the Fittest und Darwin, Raumzeitkrümmung und dergleichen mehr. Also eigentlich. So im Prinzip.

Lustig aber wirds, wenn wir, vermutlich ohne es zu bemerken, unsere Überzeugungen praktisch anwenden und ganz besonders lustig, ja lachhaft wird es, wenn wir versuchen Kindern die Welt zu erklären.

„Papa, warum hat die Giraffe so einen langen Hals?“
„Damit sie besser an die Blätter am Baum kommt.“
„Papa, warum hat der Tiger Streifen?“
„Damit er sich bei der Jagd besser verstecken kann.“
„Papa, warum haben die Vögel die Augen and der Seite vom Kopf?“
„Damit sie besser sehen wenn sie angegriffen werden.“

Und so geht das in einem fort. Und immer verfahren wir nach der gleichen Strategie. Wir erklären das Wesen der Dinge von ihrem Zwecke her, wir denken die Welt also von ihrem Ende und schließen darauf auf ihren Anfang, wir setzen einen Sinn voraus, der die Entwicklung dahin bestimmt hat. Und das ist nicht mehr und nicht weniger als religiös, spirituell, ja kreationistisch!
Ob wir da nun sagen, dass der liebe Gott das so gemacht hat oder die Natur, die ja nur eine Metapher für eine höhere Gewalt ist bei dieser Art der Argumentation, ist völlig gleich. Manchmal nennen wir es auch Schicksal oder den Gang der Dinge, immer aber argumentieren wir von vorne nach hinten zurück. Ha! Bzw. pah!

Korrektsprech

Wenn wir es ernst nehmen würden mit unseren Ideen von der Welt, müssten wir ganz anders reden.

„Papa, warum hat die Giraffe so einen langen Hals?“
„Keine Ahnung, mein Kind, Zufall, aber so kommt sie immerhin besser an die Blätter, was ja ein Vorteil ist.“
„Papa, warum hat der Tiger Streifen?“
„Zufall, der sich im Laufe der Evolution aber als Vorteil fürs Überleben heraus gestellt hat.“
„Papa, weißt du warum die Vögel ihre Augen an der Seite vom Kopf haben?“
„Nö, du?“
„Nö, ich auch nicht, aber ist schon irre praktisch, weil sie so ja ihre Feinde besser entdecken, wenn die sich anschleichen!“

Gott, why not?

Nun ist es ja gar nicht schlimm, so zu reden wie wir es immer und eigentlich tun, also einen Sinn in den Details der Natur zu sehen und ihn notfalls in sie hinein zu interpretieren. Warum nicht einen Plan hinter allem vermuten? Warum nicht einen Sinn, eine höhere Gewalt, einen Gott gar? Vielleicht macht dass ja Sinn, ja vielleicht macht alles eben nur so Sinn. Und wenn die größten Wissenschaftler unserer Zeit häufig religiös sind, scheint es gute Gründe dafür zu geben Einstein zuzustimmen und ebenso zu glauben, dass Gott nicht würfelt.
Blöde, ja lächerlich ist es aber, auf der einen Seite die amerikanischen Kreationisten auszulachen und auf der anderen unseren Kindern die Welt so zu erklären, wie wir es tun. Aber vielleicht hat der liebe Gott ja auch Humor und sich das alles ganz genau so ausgedacht,

 


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