7 TIPPS FÜRS ERFOLGREICHE BLOGGEN

Entertainments / 11/18/2011

DO AS I SAY, NOT AS I DO

Blogtipps
Was ein Glück, dass dieser Blog zu keinem Zeitpunkt hehre welterobernde Ziele verfolgte. Tat er nicht. Tut er nicht. Solche Ziele könnten sein eine immens hohe Zahl an Lesern, oder eine hohe Qualität dieser, oder zitiert zu werden, oder entdeckt zu werden von wem auch immer für was auch immer, oder – ha, mit einem Blog! – Geld zu verdienen. Hätte ich auch nur eines dieser Ziele verfolgt, ich wäre längst kläglich gescheitert und dies – gemäß der Natur eines Blogs – öffentlich.

Auch wenn nicht alle die mich kennen dies glauben mögen:
Dieser Blog war und ist lediglich das Produkt von Neugier, Lust und Möglichkeit. Die Neugier den Blog technisch aufzustellen und zu betreiben. Die Neugier darauf, wie man es wohl inhaltlich redaktionell anzugehen hat. Die Lust endlich wieder selber zu schreiben. Die Lust es zu lernen. Die Neugier ob es mir denn gelingt all jene Maßstäbe, die ich jahrelang von meinen Redakteuren eingefordert habe, selber umsetzen zu können. Und die Möglichkeit, die zeitliche, technische, intellektuelle es auch zu können.
Hab ich also gemacht. Machs noch immer. Und hab was gelernt. Und weils bei einem Blog ja immer ums (mit)teilen geht, hier meine Tipps fürs erfolgreiche Bloggen. Tipps für all jene, die es ernst meinen damit – und ich wünschte ich wäre einer von ihnen.
(Und sollte jemand diesen Blog ein wenig verfolgt haben und sich nun wundern, dass ausgerechnet ich mich erdreiste Tipps zu geben, hat er die meisten der folgenden Lektionen längst gelernt.)

1. Regelmäßigkeit

Alles andere ist nur Mäßigkeit. Ein Blog wird, wenn er nicht gerade von einem absoluten Star geschrieben wird, nur Erfolg haben, wenn der Blogger regelmäßig schreibt. Ab und an mal, wenn das Wetter passt und die Muse küsst ein wenig schreiben, das funktioniert nicht. Nicht im Blog und auch sonst nichts. Aus vielen Gründen.
Der Leser muss etwas finden können und wieder kommen und dann etwas neues finden. Da muss der Blog verlässlich sein in der Frequenz.
Aber auch in der Qualität und wer nicht regelmäßig schreibt wird auch kaum gut schreiben.
Und auch wenn ich es nicht genau weiß, so haben sicher auch Suchmaschinen einen Blog dann lieber, wenn er regelmäßig gepflegt wird. Und gefunden werden hilft ja auch schon mal ungemein, wenn man gelesen werden will.
Es ist mit einem Blog also wie mit allem, was man so macht. Wenn mans ernst meint, muss mans auch ernsthaft machen. Wenn ich mit meiner Band die Welt erobern will, dann langt es nicht, ab und an mal im Proberaum zu jammen und zu sagen, dass ich keine Zeit hab für ne Tour auf die eh keiner kommt. So hat noch keine Band Erfolg gehabt.

2. Stil finden

Es ist kein Problem, eine Band zu gründen und erst einmal mit den Jungs Coversongs zu spielen. Heute Rock, morgen Britpop, am Wochenende Metal. Da kann man viel lernen. Was kann ich? Was will ich? Was sollte ich können und tun, um Erfolg zu haben?
Das ist auch bei einem Blog erlaubt. Umschauen, etwas gut finden, es selber ausprobieren. Alles prima. Solange es der Selbstfindung gilt. Heißt: Wenn ich immer nur nachspiele, werd ich nie eigenständig und nie Erfolg haben. Wenn ich aber von anderen lerne und aus vielen Einflüssen mein eigenes Ding mache, weil ich mich so selber finde und verbessere, so kann ich selber beeinflussen, gut sein, stilprägend.

3. Thema finden

Auch das jonglieren mit vielerlei Themen ist durchaus sinnvoll. Ich interessiere mich ja für recht vieles, aber das heißt noch lange nicht, dass ich auch darüber schreiben kann. Nur weil einer gut ist im Handball muss er nicht auch gut sein im Fußball. Ja wahrscheinlich ist er es sogar nicht. Also das Thema finden, das ich kann, das mir entspricht.
Dies hat dann noch einen weiteren Vorteil: Der Blog wird erneut berechenbar für seine Leser, er wird eine beständige Quelle für all jene, die sich für das gleiche Thema interessieren. Verlässlichkeit ist wichtig. Und ein Markenkern ist es auch. Wofür steht der Blog?
Würde ich diese Frage nicht beantworten können wenn ich an Mercedes denke oder an Apple, die beiden Firmen hätten ein echtes Problem.
Es hilft bei der Suche nach einem Thema im übrigen sich zwei Dinge zu fragen: Worin bin ich Experte? Wofür brenne ich? In der Schnittmenge liegt das Thema.

4. Unempfindlich sein

Ein Blog ist öffentlich. Und nicht nur das. Es liegt in seiner Natur, dass er auch persönlich ist. Ein Blog ist verbunden mit dem Namen seines Autors. Ok muss er nicht, aber oft ist es doch so und das sind in meinen Augen die klassischen, typischen Blogs. Das heißt dann natürlich, dass die Welt liest was ich schreibe und wie ichs schreibe und vermutlich findet jeder der es liest das total mies. Trotzdem schreiben! Trotzdem veröffentlichen! Und wenn Kritik kommt nicht empfindlich sein. Natürlich ist ein Blog eine kreative Arbeit und ich weiß allzu gut, wie emfindlich man ist, wenn man kreativ arbeitet und stolz ist auf sein Werk. Aber es hilft ja nix. Mein erster Song wird kein Welthit. Vielleicht verkauft sich auch das erste Album nicht. Und das zweite auch nicht. Grönemeyer kann viele Lieder von singen. Aber dran bleiben. Kritik ernst nehmen aber dennoch nicht alles für bare Münze nehmen. Besser werden. Weiter machen. Und das auch, wenn – fast noch schlimmer – gar nichts kommt.

5. Promoten

Aber es geht noch weiter. Es langt nicht, einfach nur da zu sitzen und zu warten, dass was passiert. Bloggen heißt auch immer Selbstmarketing. Die Welt wartet nicht auf dich, die dreht sich auch so. Wenn du also willst, dass man dich liest, dann wirst du den Leuten schon sagen müssen, dass es dich gibt. Also allen erzählen, dass du jetzt bloggst, auf Facebook posten, twittern und der Himmel weiß was, lass es die Welt wissen. Das kann unangenehm sein, denn man ist sich vielleicht nicht sicher, ob das gut ist was man macht. Vielleicht hat man Angst vor Kritik oder davor ausgelacht zu werden. Und es ist ja immer schwer kreativ zu sein und gleichzeitig ein Verkäufer. Aber es hilft ja nix. Wenn dus nicht selber tust, wirds auch sonst keiner.

6. Interaktion

Und wir legen noch ne Schippe drauf. Denn ein Blog kommt nicht anonym aus irgendeinem Verlagshochhaus von einem anonymen Autor. Ein Blog ist persönlich und direkt und so kommt er beim Leser an und so kommt es vom Leser zurück. Da kann man nicht einfach aus der Deckung schießen, da braucht es Feind-, pardon: Kundenkontakt. Also interagieren mit dem Leser, mit anderen Bloggern, mit der Welt da draußen. Das ist zum einen ein Bedürfnis jener die dich lesen. Zum anderen ist es ein Weg auf dich aufmerksam zu machen. Auch Blogger sind eine Szene. Und ganz allein ists sehr sehr schwer.

7. Bloggen ist Journalismus

Es ist unsinnig zu behaupten, das wäre nicht so. Bloggen ist eine journalistische Disziplin. Wer Journalismus auf das Schreiben eines Zeitungsartikels reduziert macht zwei Fehler: Er verkennt die Vielfältigkeit journalistischer Arbeit. Und er übersieht die Parallelen zwischen Zeitungsartikel und Blogeintrag.
Es gibt in meinen Augen einen Hauptgrund dafür, dass Blogs nicht immer als Journalismus angesehen werden: Das kleine Wörtchen „ich“.
Blogger sind mutig von sich selber und über sich selber zu schreiben und eine Meinung zu haben und (und eben das ist der einzige Unterschied) dies auch zuzugeben. Der Blogger schreibt „ich“ damit jeder weiß, wers sagt. Viele Printkollegen tun dies nicht. Weil sie es nicht dürfen. Weil sie es nicht wollen. Und doch ist es eine sehr alte Erkenntnis, dass auch der vermeindlich seriöse Journalismus geprägt ist von Subjektivität, Meinung und Einflussnahme. Bloggen ist also eine ehrliche und mutige Form des Journalismus.
Und hat somit auch die Regeln des Journalismus zu beachten. Das sind handwerkliche Regeln über Gliederung und Wortwahl, das richtige Formulieren von Überschriften und ähnliches. Das sind Aspekte wie richtiges Zitieren und Recherchieren. Das ist das Streben nach Wahrheit und Klarheit. Wenn Bloggen nur unreflektiertes Blabla ist, wird es keinen Erfolg haben.

Ich selber habe keine dieser Tipps ernsthaft und über einen längeren Zeitraum befolgt. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als leitender Redakteur weiß ich aber: Jede redaktionelle Disziplin hat ihre Regeln und wer erfolgreich sein will auf seinem Gebiet tut gut daran diese zu kennen. Die Regeln zu beherzen ist verbunden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf Erfolg – genügend Talent und ein wenig Glück vorausgesetzt.
Natürlich ist es immer und jederzeit möglich die Regeln zu brechen. Doch muss ich sie vorher kennen und meine Rebellion muss einen Grund und ein Ziel haben.
Grundsätzlich aber halte ich es für unausweichlich sich bewusst zu machen, was die Gesetzmäßigkeiten sind. Jemand anderes mag für sich andere finden. Aber so ganz ohne, das ist meine feste Überzeugung, so ganz ohne bleibt es eine kreativ-intellektuelle Fingerübung.


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