L.A. NOIRE? AU REVOIR! (ODER EBEN NICHT)

Entertainments / 06/15/2011

WARUM DAS SPIEL NICHT LOHNT. L.A. NOIR, ROCKSTAR GAMES, PS3

LA Noire

Die Verkaufszahlen von L.A. Noire liegen unter den Erwartungen – und nicht nur diese.

Ich habe mehr als die Hälfte des Spiels hinter mir und jedes mal, wenn ich den Controller wieder in die Hand nehme habe ich mehr das Gefühl eine Pflicht zu erfüllen, als endlich ein Spiel weiter zu spielen. Warum?

Wer klicken will, muss geduldig sein

Das Gameplay ist mau. Man fährt von Ort zu Ort, drückt immerzu auf X um Hinweise zu finden, befragt Zeugen und Verdächtige, was in einer Art verbalem Schnick-Schnack-Schnuck endet (Wahrheit, Lüge oder Weiß-ich-nicht) und am Ende ist der Fall gelöst, relativ unabhängig davon, was man getan hat. Puh…

Geschichtsschreibung mangelhaft

Nun bin ich gerne bereit spielerische Defizite zu tolerieren wenn, ja wenn die Story stimmt. (Das ist vielleicht oberflächlich, aber wer ehrlich ist, verhält sich bei Fußball und Frauengenau so.) Grafikfehler? Sich wiederholende Aktionen? Seltsame Steuerung? Alles egal, wenn die Geschichte packend ist, mich in ihren Bann zieht, wenn mich die Charaktere, ihre Vielschichtigkeit fasziniert und ich einfach wissen will, wie es weiter und aus geht. Aber genau das schafft L.A. Noire nicht. Ich sehe Frauenleiche um Frauenleiche und bin nicht geschockt, ich überführe Mörder und bin nicht stolz, ich erkunde die Stadt und finds fad.

Spoilerwarnung!

Ich mach es deutlich und wer das Spiel noch spielen will, sollte nicht weiter lesen, denn da ist die Sache mit dem Black Dalia Killer. Man schaut sich die Opfer an, überführt vermeintliche Täter und hat als Polizist seine Zweifel. Dann wird klar, es steckt ein einziger Killer hinter den Morden und es könnte also doch noch spannend werden. Dann wird man in einer Art Schnitzeljagd durch die Stadt gejagt, kommt dem Mörder, der ein hintertriebener, cleverer, perverser und somit spannender Kerl zu sein scheint immer näher, es bahnt sich der Höhepunkt an und dann steht man in einer Kirchenruine auf einmal vor ihm. Hoppla, wie unspektakulär. Und dann zückt der vermeintlich clevere Superschurke seine Knarre, schießt und läuft weg. Und Du ihm nach und irgendwann hast Du ihn und das wars. Das wars? Das ist das Finale von stundenlangem Suchen, Ermitteln, Zweifeln und Kombinieren? Der Verbrecher, der die ganze Polizei von L.A. an der Nase lang geführt hat zieht ne Knarre, läuft und lässt sich fangen?
Das ist zu wenig! Viel zu wenig! Das ist keine gute Geschichte, das ist eine linear erzählte Sammlung von Berechenbarkeiten und Clichés. Ich will aber Höhepunkte.

Ich habe das Spiel gekauft, weil es von Rockstar Games ist. So einfach ist das. Das nächste mal werd ich vor dem Einkauf ein wenig kombinieren.

 


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