HEAVY METAL WEIGHT WORLD CHAMPIONSHIP

Entertainments / 05/16/2011

THE GEBRUDER GRIM LIVE, BERLIN, 13.5.2011

 

Gebruder Grim live

The Grimmer Takes It All

Da dies die erste live Kritik der The Gebruder Grim überhaupt und weltweit ist, gilt es wohl besonders gewissenhaft zu formulieren, damit die Kollegen vom amerikanischen Rolling Stone, wenn sie in acht Jahren die mehrseitige Fotostory über die Grimsche US Tour schreiben und beim recherchieren auf dies hier stoßen, ein möglichst genaues Bild von den Anfängen bekommen. Also, hier der Anfang:

Stell dir vor du siehst das größte Wrestelemania aller Zeiten mit den krassesten Duellen und den miesesten Heels des Business – The Gebruder Grim haben für jeden der Heels die Einmarschmusik geschrieben und live performt im Staples Center von Los Angeles.

DREI SIND EINE MILLION

Details? Ok: Die Songs bilden ein Ganzes, zusammengehalten von der Tatsache, dass es die gleiche Band ist, zusammengehalten von der tighten Performance und dem was man Metal nennt. Aber stilistisch – fast schon eine Best- Of Compilation amerikanischer und englischer Bands oder ein Lexikon der Heavy Metal Stile von Anfang der Achziger bis irgendwann in die Neunziger. Schurken kommen in vielen Gestalten – und sie tarnen sich.

 

DRESS FOR SUCCESS

Deshalb auch die Maskierung? Bemalte Gesichter und Masken – um sich dahinter zu verstecken? Das Gegenteil passiert. Du siehst: Metal. Die Grimmers meinens Ernst, die machen keinen Spaß, aber wenn man schon Songs schreibt präzise wie mit der Rasierklinge und sie tight performt ohne mit der Wimper zu zucken und ohne Ansagen und das selbst zur Ansage wird, dann macht man sich nicht zum Horst mit Masken, dann sind die bemalten Gesichter ein selbstverständlicher Teil der Band – wie Bandshirts und Banner und Logo-Bass-Drum. Ist das drüber? Zum Glück.

COME OUT AND PLAY

Live ist das top gespielt, die Mischung fast besser als bei der EP, der Bass zeigt deutlich was er an Metern abarbeitet, der Gesang härter, nur die Drums erstaunlich leise. Also Songs gut, Style eh – und sonst so auf der Bühne? Die The Gebruder Grim sind zu dritt, Gitarre/ Gesang, Bass/ Backings, Drums. Da fehlt kein Instrument, da fehlt kein Sound. Das ist mächtig ohne überladen zu sein – ja, man kann zu dritt wahnsinnig überladen sein. Aber die Songs sind gut arrangiert, auf den Punkt delivert. Musikalisch ist das top. Aber wenn Du zu dritt bist, zum ersten mal in dieser Formation und zum ersten mal diese Songs spielst, dann sind Abzüge in der B-Note vielleicht normal, aber das nennt man dann wohl auch Entwicklungspotential. Die Dynamik und Kraft der Songs und der Band und das irre Abarbeiten an den Instrumenten – da ist die Performance selbst, also nicht das Spielen sondern das Bewegen, Machen, Tun eher puristisch. Da tut man sich mit mehr Mann auf der Bühne leichter, aber das kann noch werden. Vielleicht ist es jetzt noch Absicht, damit es pur bleibt, aber auf den großen Bühnen musst Du Dich entweder bewegen oder Pyros abfahren wie nichts Gutes. Sonst denken die Leute, da hat jemand das Radio laut, weil man Dich nicht auf der Bühne wahrnimmt.

NEXT STOP WACKEN

The Gebruder Grim sind tighter als es die metalüblichen Breakinfernos erahnen lassen würden. Die Songs stehen auf handwerklich goldenem Boden, mit Leidenschaft gelebt. Dabei sind die Berliner unterhaltsamer als sie es vielleicht sein wollen. Die Grims sind ernsthaft, aber nicht böse und die Ernsthaftigkeit ihrer Detailliebe ist ein Schmunzler in schwarz. Mehr Konzerte, mehr Fans, mehr Explosionen und dann bitte nicht lang schnacken, ab nach- jaja.

The Gebruder Grim, live @ Jägerklause, Berlin, 13.5.2011
Tracklist:
1 Inferno
2 Dammerung
3 Onslaught
4 We R The Dead
5 Wrecking Zone
6 Black Santiago
7 The Blood Spilt
8 Rust And Disorder
9 Waltz Of Death
10 Supercharged

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