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DER GESCHMACK VON ROST UND KNOCHEN

EINE KLEINKARIERTE KRITIK

Rost

Spoiler Soiler Spoiler

Eigentlich bin ich ja nicht so picky bei Filmen. Dafür seh ich einfach zu wenig. Und hab auch nicht genug Ahnung. Aber manchmal da frag ich mich doch mal was. Zum Beispiel bei “Der Geschmack von Rost und Knochen”, den ich vor ein paar Tagen im Kino gesehen habe. Ein guter Film? Ja. Aber ein Meisterwerk? Nein. Und warum? Also, jetzt werden Korinten gekackt.

Ali

Ali ist die männliche Hauptfigur des Films, ein wenig schlauer Haudrauftyp. Mit Muskeln zwar, aber durchaus auch mit Wampe. Und der steigt mal so mir nichts dir nichts in illegale no-limits Kämpfe ein und gewinnt auch prompt? Ungeübt, untrainiert? Und schafft es sogar in ein ganz offizielles professionelles Boxteam, so mit einheitlichen Trainingsanzügen? Und bekommt direkt einen großen Kampf? Und gewinnt auch den? Trotz gebrochener Finger?

Stéphanie

Die weibliche Hauptfigur. Ok, aber wieso agiert sie im luftleeren Raum? Wo ist ihr soziales Umfeld, ihre Familie, ihre Freunde, ihre Geschichte? Nicht einmal auf den Fotos mit ihren geliebten Walen sieht sie glücklich aus. Ich werd aus ihr im ganzen Film nicht schlau und habe nicht den Eindruck, dass das Absicht ist.

Armand

Das ist Alis kleiner Sohn. Und der ist drei Stunden lang tot. Und dann lebt er wieder, den Ärzten sei Dank. Nun bin ich kein Arzt und kenn mich mit sowas nicht aus, aber wenn man drei Stunden lang tot ist, braucht es da nur ein paar Stunden im Krankenhaus, um wieder völlig hergestellt zu sein? Geht das?

der Unfall

Ich habe gelernt, dass Wasser und Elektrizität keine dicken Freunde sind. Aber als der Wal bei der Showvorführung die ganzen Aufbauten zertrümmert und alle Kabel und Lampen und der ganze Kram ins Wasser fallen – also ich hätte da irgendwelche Blitze oder elektrischen Entladungen erwartet und tote Tiere.

nochmal Stéphanie

Sie verliert ihre Unterschenkel und ist entsprechend deprimiert, verbringt Tage wortlos und traurig im Krankenhausbett. Und als wir sie dann wieder von vorne sehen, da hat sie keine verheulten Augen. Dabei hätten sie und ihre Augen doch allen Grund gehabt.

Ali und Armand

Großer Wert wurde darauf gelegt zu zeigen, dass beide immer Dreck unter den Nägeln haben. Bewusst eingefangen in diversen Einstellungen und das passt ja auch zu den Charakteren. Aber warum sind die Nägel selbst dann so perfekt manikürt? Klar, ein Fighter hat kurze Nägel und die Tante schneidet sie dem Jungen, aber so fesch sehen die dann ja auch nicht immer aus.

Marion Cotillard

Wieso war sie nicht so wunderschön wie ich dachte dass sie sei? Wegen der fehlenden Unterschenkel? Geschenkt. Aber vielleicht fehlte mir da einfach ein wenig Make Up. Und ein schickes Kleid. Und vielleicht bin ich da einfach irre oberflächlich, aber wenns um Kinoschönheiten geht dann ja, dann bin ich das.

Ergo

Der Film hatte schöne Momente, viele sogar und die Geschichte ist eine rührend romantische Liebesgeschichte. Aber nein, er hat mich, auch wenn er mich noch immer beschäftigt, nicht emotional weggehauen. Vermutlich war ich dafür zu sehr damit beschäftigt Haare zu spalten. Vielleicht ist auch die erste Reihe im Kino kontraproduktiv in Sachen emotionales Wegblasen. Aber trotzdem: Ein bisschen mehr hätte es halt schon sein dürfen.
Ach und: Wie sie der Cotillard die Beine wegretuschiert haben, das war schon toll gemacht. Ist das die selbe Effektschmiede die die Hobbits schrumpfen lässt?
 

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WIE ICH LERNE EIN FREIHEITSKÄMPFER ZU SEIN

DIE RADIKALE FREIHEIT IN DEN KÖPFEN DER HU DOZENTEN

Freiheitskämpfer

Ich habe Anglistik und Philosophie an der Universität Bonn studiert, beides plus Germanistik an der Universität Trier, Europäische Literatur und Deutsche Literatur am University College London, ich habe ein Jahr Italienisch gelernt, das große Latinum gemacht und bin vor all dem in Mayen zur Grundschule gegangen und habe dort am Gymnasium in Deutsch, Englisch, Sozialkunde und Biologie mein Abitur gemacht.

An keiner dieser Institutionen, in keinem Fach und bei keinem Lehrer oder Dozenten habe ich erlebt, was mir seit diesem Oktober in regelmäßiger Selbstverständlichkeit in der Grundschulpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin begegnet.

Home of the free, land of the brave

Die Freiheit des Denkens der Lehrenden und ihre immanente wie geäußerte Aufforderung zu hinterfragen, kritisch zu durchleuchten und eigene Positionen zu beziehen habe ich in dieser Omnipräsenz noch nie und nirgends erlebt. Es ist eine Freiheit der Gedanken die so faszinierend ist, dass sie fast unwirklich scheint und beinahe schon skeptisch machen könnte – dies aber zum Glück nicht tut.

In meiner bisherigen Schul- und Studiumslaufbahn habe ich Wissen und Wissenschaft immer erlebt als das Vermitteln von Wahrheiten. Entscheidend war es, Wissen anzuhäufen und dieses möglichst ohne Kopieverluste reproduzieren zu können. Auf eine Frage gab es eine Antwort. Platz für neue Gedanken war dort, wo es noch keine Antworten oder noch keine Fragen gab. Klausuren waren eine berechenbare Transaktion von Wissen. Wissen selbst galt als gesichert.

Anders nicht an der HU, aber im Bereich Grundschulpädagogik.

i.g.

Ein paar Beispiele sollen dies verdeutlichen.

In der Fachdidaktik des Zweitfaches Englisch eröffnet der Dozent nicht nur die Möglichkeit, Fachliteratur zu kritisieren und die Ergebnisse der Wissenschaftler anzuzweifeln, sondern viel radikaler noch die Texte selbst neu zu interpretieren, also dem geschriebenen Worten eine neue, andere Bedeutung zukommen zu lassen. Quasi so als würde man sagen: “Der Text sagt zwar, dass a plus b c ist, aber gemeint ist, dass a plus b d ist. Steht ja so im Text.” Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine radikale freie Denke.

In allgemeiner Grundschulpädagogik haben wir einen Text zu lesen in der Hoffnung der Dozentin, ihn zu durchschauen und als schlecht, ja falsch in seinen Ergebnissen zu entlarven. Dies mit dem Ziel uns in Kritikfähigkeit allem, auch der Dozentin selbst gegenüber zu schulen.

In Mathematik bekommen wir abstruse Lösungswege zum Erreichen eines Rechenergebnisses präsentiert. Es dauert ungemein lange diese zu verstehen und soll uns aufzeigen, dass selbst ein korrektes Ergebnis viele uns als Gelehrte unbekannte Wege dorthin haben kann.

In all diesen Beispielen und sie ließen sich leicht ergänzen wie in allen Veranstaltungen wird deutlich, dass die Studierenden aufgefordert sind kritisch zu bleiben und sich die Dozenten selbst in die doch im Grunde unbequeme Situation bringen immerzu hinterfragt und kritisiert zu werden. Was eine zusätzliche Belastung sie hierdurch doch eingehen.

Und wieviel Mehrarbeit sie sich machen. Wenn sie postulieren, dass es viele Wahrheiten gibt und jeder von uns seine eigene finden muss, so müssen sie dies auch bei jeder abgegebenen Semesterarbeit akzeptieren – und tun dies gerne, trotz des immensen Mehraufwandes.

Viel Lärm um… viel

Und dabei reden wir hier nicht von angehenden Raketenbauern oder Richtern oder Industriemagnaten. Wir reden vom Umgang mit und der Ausbildung von angehenden Grundschullehrern.

Kann man in Worte fassen, wie viel Idealismus in jedem dieser Dozenten stecken muss? Und ist die Aufgabe, auf die sie ihre Studenten vorbereiten klarer zu beschreiben als durch die Philosophie ihrer Seminare?

Die Radikalität in der wir frei denken sollen, die Mehrarbeit die dies von allen Beteiligten erfordert, die Last eine Position beziehen zu müssen, sich angreifbar zu machen und die immense Freude mit der all das passiert, die Leichtigkeit, Selbstverständlichkeit, die Harmonie und der Respekt im Umgang miteinander, die Offenheit und Ruhe mit der all das geschieht, all dies hat einen Grund und ein Ziel und es sind nicht die Dozenten und es sind nicht die Studenten und zukünftigen Grundschullehrer, nein, es sind die Grundschüler, die Jungs und Mädchen die wir unterrichten werden und es ist die Hoffnung aus diesen Menschen gute Menschen zu machen.

Was eine Mammutaufgabe, an derem allerersten Anfang ich erst stehe.

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BLACK MANDEL – DAS SCHWARZE ALBUM UNTER DEN KRIMIS

Berni Mayer, Heyne 2012, € 8,99

Black Mandel, Berni Mayer

No Spoiler

Das Wichtigste zuerst: Ist es ein gutes Buch? Also ist es eine gute Geschichte, bei der ich mir wie bei einer super TV Serie dachte: nur noch ein Kapitel, dann ist genug für heute, um dann doch so viel wie möglich zu lesen? Hat die Geschichte gute, starke Charaktere, die glaubwürdig und authentisch beschrieben werden und agieren? Hat mich das Buch gut unterhalten und gleichzeitig intellektuell beschäftigt, sodass ich mir über den Inhalt und die verschiedenen Aspekte auch nach dem Lesen immer wieder Gedanken machte? Hat es einen guten Stil der mich begeistert, weil er dem Buch und nicht der Eitelkeit des Schriftstellers dient? Ist der Stil charakteristisch, also typisch und neu, weil dem Autor eigen und sonst keinem? Ist das Buch spannend, lustig, ironisch, gescheit und verfügt es über überraschende und dennoch plausible Wendungen? Hat es mehrere Ebenen, die alle neben-, mit- und ineinander funktionieren ohne konstruiert zu wirken, sondern in ihrer Natürlichkeit überraschen? Habe ich genossen dieses Buch zu lesen und würde ich es weiterempfehlen, verschenken und auch selbstmotiviert das Thema darauf bringen? Ist es also ein gutes Buch?

Ja. Ja. Ja! Black Mandel ist ein sehr sehr gutes Buch und es begeistert mich auf vielen Ebenen.

Inhalt

Und worum geht es? Die detectives-by-accident Mandel und Singer wollen Urlaub machen in Norwegen. Sie ergaukeln sich den Trip indem sie eine Black Metal Reportage schreiben wollen. Dass es da oben in Bergen aber immerzu regnet ist schon bald ihr kleinstes Problem, weil das ganze wird weder Urlaub noch Spaziergang. Denn dann kommen Kriminalität, Faschismus, Religion, scheue Liebe und seltsame seltsame Autofahrten und viele andere Dinge daher von denen ich jetzt nichts schreibe, weil sonst verrat ich noch zu viel – was man bei Krimis ja wie ich höre nicht tun soll.
Aber ein Problem hab ich jetzt. Ich habe bereits den ersten Roman von Berni Mayer mit fünf Sternen bewertet, vor allem weil ich den Schreibstil des Autors irre gelungen finde und ich die Idee, Musik als Metaebene in einem Roman zu benutzen um Inhalte, Themen, Emotionen, Verwirrungen zu verdeutlichen für so logisch halte, weil wir alle doch genau aus diesen Gründen Musik hören, dass ich mich noch immer wundere warum das nicht jeder Roman nutzt. Jetzt ist der erste Roman noch immer super. Dieser hier aber viel superer. Man denke sich also noch ein zwei Sterne zur Bewertung hinzu. Und bestelle das ganze vielleicht sogar hier. KLICK

Norwegische Socken

Wenn also jetzt geklärt sein sollte, dass es sich um ein Buch handelt, das jeden Cent mehr als wert ist möchte ich noch rasch auf ein zwei Aspekte aufmerksam machen, die mir besonders gefallen.
Da gibt es zum einen den Clash der Hauptfiguren mit ihrer Umwelt – und damit meine ich vor allem Norwegen. Das ist ja ein meist und im Buch immerzu kaltes nasses Land und wenn die TV Kommissare durchs düstere Skandinavien tapsen, dann hat das ja schon mal einen Effekt. Deutlich größer und toller ist dieser aber, wenn sich eben nicht jene Menschen dort die Nächte um die nassen Ohren schlagen die dort eh beheimatet sind, sondern wenn es – wie eben im Buch – Menschen tun, die dort nicht hingehören. Das ist in etwa so, wie wenn man eine schwarze Socke in einen dunklen Tunnel hält, da ist die Socke immer noch schwarz und man denkt jaja, dunkler Tunnel. Hält man aber eine weiße Socke in den Tunnel und die weiße Socke ist auch auf einmal schwarz – na Himmel Arsch und Zwirn – irre dunkler Tunnel na leck mich am Arsch. Und ungefähr so ists, wenn Mandel und Singer durch Bergen irren. Ziemlich dunkel – also irgendwie.

“Tweet” wie “Jacke”

Ein anderer Aspekt der mir gefällt ist die schier größenwahnsinnige Idee, einfach mal nicht nur Terrorismus, Faschismus und Black Metal noch dazu in Norwegen zu einer Geschichte zu verweben, sondern gleich auch noch Mord und Sado-Maso und Scheißwetter und wirre Träume und Musikszene und Christentum und Männerfreundschaft und was weiß ich an Themenfäden zwischen die Buchdeckel zu stopfen, dass man denken sollte, dass man sich da durch ein ziemliches Wollknäuel an übertrieben bunten beziehungsweise hier schwarzen Fäden kämpfen muss, nur weil der Autor es einfach mal gehörig übertreibt mit seiner Fülle an Ebenen, Metaebenen, doppelten und Zwischenböden. Aber dann ists halt ganz anders, denn bei Black Mandel ists wie bei einer Tweetjacke: Wenn man sie sich ganz von nah anschaut, ist sie verdammt bunt und die verschiedenen Fäden machen keinen Sinn, aber mit ein wenig Abstand wirds ein super Muster und fesch und absolut logisch. Black Mandel ist vielschichtig und das auf eine so gut verwobene Art, dass ich mich manchmal wunderte, dass das alles Sinn machte und macht.

Last night the DJ etc

Letztlich muss es noch einmal explizit gesagt sein: Musik. Das ist doch verrückt! Auf der einen Seite hören wir unser Leben lang Musik, benutzen sie als Stimmungskatalysator, diskutieren über Texte, fühlen uns verstanden und wissen, dass keine Kunst der Welt unserer Seele so nahe kommt wie die Musik. Auf der anderen Seite versuchen Autoren uns im Kern zu treffen, uns verständlich zu machen, warum es geht, uns emotional anzusprechen oder doch zumindest die Geschichte und ihre Charaktere emotional glaubwürdig zu machen – und schreiben nicht über Musik. Find ich seltsam. Ich verstehe nicht, warum nicht jeder Autor die Musik als Metaebene für das benutzt, was immer er sagen möchte. Freundschaft, Liebe, Hass, Neid, Glück, Egomanie, Zweifel – all das ist in Musik und das ist in Black Mandel und das ist nur eine Ebene. Musik ist auch Geschäft, ist Geld, ist Eitelkeit, Vetternwirtschaft und Betrug. Und das ist nur eine weitere Seite und es gibt noch viele. Dass die Mandelbücher also auch Musikbücher sind und das letztlich nur, um eine Geschichte zu erzählen, das ist eine Tatsache, die mich wundert, weil es so logisch scheint, aber so selten ist.

Habt Ihr das Buch gelesen? Was denkt ihr? War diese Rezension hilfreich oder Quatsch? Ich freue mich über Kommentare…

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VIER BAYERN, DIE UNS GESTERN DIE EM VERMASSELTEN

AUS GROSSSER STÄRKE ERWÄCHST GROSSE VERANTWORTUNG

Jahrzehnte lang garantierte die Stärke des FC Bayerns eine gewisse Grundstärke der deutschen Nationalmannschaft. Immerhin stellten sie zurecht immer das Grundgerüst der deutschen Mannschaft. Und immer wenn die Bayern international spielten, fieberten wir alle mit, denn da ging es auch um gesamtdeutsches Prestige, 5-Jahreswertung und Selbstbewusstsein für die Nationalmannschaft. Da kann man dem FC Bayern gar nicht genug danken, dass sie so lange die Verantwortung getragen haben, meisterlich, vorbildlich. Dass scheint erstmal vorbei und es hörte auf mit einem mächtigen Knall. Nach dem verlorenen Champions League Finale gegen Chelsea können wir die Euro 2012 fast schon abhaken. Schuld daran? Vier Bayern.

Schweinsteiger

Was für ein Comeback nach seiner Verletzung! Schon nach einer viertel Stunde nahezu am Ende seiner Kräfte reißt er sich zusammen und alle mit, treibt an, setzt Zeichen, wow. Aber dann verschießt er den entscheidenden Elfmeter. Hätte er den dritten Elfer verschossen, schlimm genug. Aber es war der letzte. Im wichtigsten Spiel seines Lebens, was alle so sahen und sehen. Auch er selbst. Das ist ein heftiger Schlag und man braucht nicht Tage, Wochen oder Leben um so etwas zu versauen. Nein, sowas nimmst Du mit ins Grab. Und zur Euro nimmst du das auch. Der emotional Leader – ich will mir gar nicht vorstellen, was der jetzt für Gefühle mit sich rum trägt. Mir tut er leid. Und ein Scheiß ist das auch, weil er so wichtig ist für unser EM Team. Da ist er nicht zu ersetzen. Und das ist jetzt ein Riesenproblem.

Robben

Was eine Riesenpfeife! Und ausgechnet und natürlich ein Holländer. Das einzige was an Robben weltklasse ist ist die Größe seines Egos. Robben ist ein one-trick-horse, eine Diva, ein Spieler der diese Saison in den entscheidenden Momenten nicht einfach nur nicht da war, nein, ein Spieler der sich in die erste Reihe drängelte um dann zu versagen. Pah! Und mit dieser Selbstüberschätzung reißt er die ganze Mannschaft und mit ihr wichtige Teile unserer Nationalmannschaft mit in den Abgrund. Ein Riesendepp! Und nicht genug mit seinen spielerischen Unzulänglichkeiten. Er vermasselt auch die Vorbereitung unserer Elf, weil der FC Bayern wegen dem Egomanen noch ein Freundschaftsspiel gegen Holland hat, ein Spiel das für die Niederländer EM Vorbereitung, für uns aber ein rechter Scheiß ist. Aber da hat noch jemand anderes Schuld dran:

Hoeneß

Kein Mann hat in der Geschichte des Fußballs mehr für die deutsche Nationalmannschaft getan als Uli Hoeneß. Bei all seinen Bemühungen um den FC Bayern ging es ihm auch immer um die Nationalmannschaft. Ein toller Typ, der mit seinem großem Traum vom Finale dahoam aber leider zu hoch gepokert hat. Er hat dieses Spiel so dermaßen überhöht, dass es für alle Beteiligten zum Spiel ihres Lebens wurde. Und wenn du im Spiel deines Lebens versagst, dann haderst du damit dein Leben lang. Und mehr noch. Für uns Fußballfans die wir keine Bayern Fans sind war es auch »unser« Finale, es war uns Generalprobe für die Euro, wir wollten die Bayern wiedererstarkt sehen als Führungsspieler unseres EM Teams. Und nun? Jetzt kommen da die Vize-Bayern, die das Spiel ihres Lebens verloren haben. Ein CL Finale verbaseln ist ja schon arg, aber das was da gestern passierte, auweia! Und Tiefpunkt einer Saison, in der die Bayern vielleicht schon all ihr mia-san-mia verspielt haben, dieses Wissen um die eigene Stärke, dieses starke Selbstbewusstsein, das stets das Rückgrat unserer Nationalmannschaften war.

Gomez

Hoffentlich kann Klose die Euro unverletzt durchspielen. Aber für sowas ist er leider nicht bekannt. Da baut Gomez zwei lange Saisons lang an seinem Ego indem er Tor um Tor schießt, nur um dann im entscheidenden Moment nichts auf die Reihe zu bekommen. Die englischen Kommentatoren des CL Finales wunderten sich, warum Gomez alles vor dem Tor so kompliziert macht. Warum? Weil er auf einmal dachte er kann alles, auch in schön. Pustekuchen und ein Stammplatz auf der Ersatzbank, die in puncto Stürmer bei uns nicht gerade gut besetzt ist.

Von Vize-Bayern zu Vize-Deutschen

Somit: Ich war vor dem CL League Finale nervös, jetzt bin ich noch immer frustriert. Und denk ich an die Euro, wird mir ganz flau im Magen. Dass wir in der Bundesliga vielleicht eine Wachablösung erleben und der FC Bayern erstmal nur Vize-Bayern ist, in der Liga solls mir recht sein. Aber die Dortmunder sind nicht in der Lage in der Nationalmannschaft dieses Führungsvakuum zu füllen. Und auch sonst kann das niemand. Das zeigt somit, was für eine hervorragende Arbeit jahrelang in München gemacht würde. Zeigt aber auch unsere Abhängigkeit vom FCB. Und dies im ungünstigsten Augenblick, unmittelbar vor der EM, die wir ja eigentlich gewinnen wollten.

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DIE SHOW “WETTEN, DASS…” MACHT SCHLUSS

EIN OFFENER BRIEF DER SHOW AN BELLUT UND ZDF

Mainz, 6.2.2012

Lieber Herr Bellut,

liebes zdf,

haben Sie Sich eigentlich mal gefragt, wie es mir dabei geht? Mir, der Show selbst? Bei all dem Zirkus? All den Diskussionen? Oder geht es immer nur um Gottschalk, die Hunziker und ich weiß nicht wen?

Ja, natürlich ist es schade, dass der Tommy aufgehört hat. Ich hab mich ja selbst super mit ihm verstanden. Wir waren ein gutes Team, so durch dick und dünn und so. Aber er hat mich natürlich schon mal verlassen. Typisch Mann! Klar, dann ist er wieder gekommen zu mir, seiner Ex und ja, ich hab mich gefreut. Aber jetzt hat er schon wieder Schluss gemacht und ganz ehrlich: Beim zweiten mal tuts nicht mehr so weh.

Und jetzt gibt mir auch die Hunziker den Laufpass? Ich dachte wir wären Freundinnen, egal was kommt. Aber nein. Am Ende war der Tommy ihr einfach wichtiger. Typisch Frau. Der reiche Star macht ne Biege, da bleibt sie auch nicht lange.

Und dann die ganzen Moderatoren, die sie mir andienen wollen als neuen Lover. Pardon, aber habe ich das verdient, dass einer nach dem anderen öffentlich absagt? Haben Sie Sich je gefragt was ich, die Show, darüber denke? Und wie es sich anfühlt, als verschmähte Braut durchs Dorf getriben zu werden? Feilgeboten wie Sauerbier haben Sie mich.

Aber, lieber Herr Bellut, liebes zdf, nicht mit mir. Ich weiß, ich bin nicht mehr die Jüngste, aber ich weiß was ich geleistet habe und was ich kann. Und ich möchte, dass man das und dass man mich respektiert! Und ich möchte nicht dastehen müssen, wie eine abgehalfterte Alte, die keiner mehr will, denn, ja, ich bin nicht mehr die Jüngste, aber ich bin noch immer eine große Nummer! Und ich hatte sie schon alle, bei mir. Und so können Sie vielleicht mit einer neuen Quizzshow umgehen, aber nicht mit mir.

Und wissen Sie was? Trotz all dem Rummel um mich, all der Presse, all den Jahren im Rampenlicht: ich bin doch in meinem Herzen auch immer die einfache kleine Show von nebenan geblieben. Und ich habe Wünsche und Bedürfnisse, wie jede andere Show auch. Ich möchte geschaut werden und geliebt. Ich möchte, dass die Menschen über mich reden, mich toll finden. Ich will, dass die Stars zu mir kommen und gerne. Ich will jung sein, schön, spektakulär, frisch, neu, spannend! Und ich möchte verdammt noch mal, dass man mich und meine Wünsche und Bedürfnisse ernst nimmt.

Aber das tun Sie nicht. Und das ist sehr schade.

Wir hatten eine schöne Zeit miteinander, Herr Bellut, liebes zdf. Aber auch unsere Zeit geht zu Ende. Und so möchte ich Ihnen hiermit mitteilen: Ich ziehe mich aus dem deutschen Showgeschäft zurück. Ich will nicht mehr. Ich höre auf. Ja, Ihre Lieblingsshow “Wetten, dass…” macht Schluss. Mit Ihnen. Und das ist endgültig. Und ich bitte Sie, das zu respektieren und mir so wenigstens diese letzte Ehre zu erweisen.

Ich werde die guten Zeiten nie vergessen. Aber jetzt heißt es auf zu neuen Ufern. Und vielleicht kann man mich ja woanders gut gebrauchen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Show “Wetten, dass…”

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DIE MORALISCHE QUOTE

THE VOICE BEWEIST DAS OFT VERNEINTE

Alle meckern übers TV Programm – ich nicht. Das Fernsehen in Deutschland ist gut. Es ist professionell produziert, abwechslungsreich und in vielen Fällen von hoher Qualität. Aber natürlich gibt es da besseres und schlechteres.

Was ist gutes Fernsehen?

1. Gutes Fernsehen ist in allererster Linie erfolgreiches Fernsehen. Da bin ich, je nach Blickwinkel, Mainstream oder professionell. Und Erfolg im TV Geschäft ist messbar. Erfolg ist Quote und Erfolg ist die Anzahl der Zuschauer. Erfolg ist nicht das Schulterklopfen der Kumpels und auch nicht die Anzahl der Likes bei Facebook. Eine Sendung, die nicht gesehen wird kann sich nicht erfolgreich nennen. Ein populäres Beispiel einer unerfolgreichen Sendung? Harald Schmidt, eine Sendung die in der Konsequenz auch nicht gut ist.

2. Gutes Fernsehen ist zu vernünftigen Preisen hergestellt und erwirtschaftet einen stattlichen Gewinn. Für Geld kann man nahezu alles kaufen, ebenso kann man fette Budgets verbrennen. Gutes Fernsehen ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld. Gutes Fernsehen bringt mehr als es kostet. Hier stellt sich die Frage, ob die Sportschau gutes Fernsehen ist. Ich bezweifel das. Sehr gutes Fernsehen ist hingegen Friends oder Sex and the City. Wer Weltstar-Gagen zahlt und immer noch im Plus landet, muss schon einiges richtig machen.

3. Gutes Fernsehen ist zudem moralisches Fernsehen. Erfolgreich und doch moralisch makellos zu produzieren gilt oftmals als unmöglich – und ist doch nur eine Ausrede jener, die mit ihren vermeintlich guten Produktionen untergehen. Ich verurteile unmoarlisches Sendungen nicht. Die Unterhaltungsindustrie schafft keine Bedürfnisse, sondern befriedigt diese nur. Aber mir ist das gute Fernsehen nicht nur lieber, es ist auch die größere Herausforderung.

Dass diese Herausforderung gemeistert werden kann, zeigen gleich eine ganze Reihe von Sendungen, guten Sendungen.

Ehe ich zu diesen Formaten komme rasch dies: Muss gutes Fernsehen nicht auch gut unterhalten? Ja, muss es. Aber das ist Teil von Punkt 1. Unterhält eine Sendung nicht, so wird sie auch nicht erfolgreich sein. Langeweile ist der Tod der Quote, auch wenn es im deutschen Fernsehen zwei unrühnliche Ausnahmen für diese These gibt: Die Tagesschau und den Tatort.

Böse Sendung

Was ist eine unmoralische Sendung? Viele unmoralische Sendungen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Produzenten ihre Erfahrung und ihre Möglichkeiten dazu nutzen, andere fertig zu machen. Es ist spielend leicht die Darstellung eines Menschen mit einfachen handwerklichen Mitteln zu verfremden, zu verzerren. Das ist ein Kampf zwischen Ungleichen. Das ist dreckig.

Nichts ist einfacher, als alte Menschen auf der Straße zu befragen. Sie sind die Situation vor der Kamera nicht gewohnt und sich im Moment der Aufnahme nicht bewusst, dass viele viele Menschen dies sehen werden und dass nachträglch ein böser Kommentar eingespielt wird. TV total ist eine böse Sendung.

Nichts ist einfacher als Menschen, die es nicht besser wissen ins offene Messer laufen zu lassen, sie singen zu lassen obwohl sie es nicht können und dies noch durch alberne Effekte im Schnitt zu unterstützen und sie so vor der Öffentlichkeit lächerlich zu machen. Oft heißt es dann, jeder wüsste im Vorfeld, worauf er sich da einlasse, aber das stimmt nicht. Die Fernsehschaffenden wissen das. Die armen Schweine die boshaft verarscht werden wissen dies nicht. DSDS ist eine böse Sendung. Bauer sucht Frau ist eine böse Sendung.

All diese Sendungen erreichen nun ein großes Publikum. Trotz ihrer augenscheinlichen und bewussten Unmoral machen sie letztlich also auch einiges richtig. Und oft denkt man, dass es nur so geht, dass man bös sein muss und gemein und schadenfroh, um im toughen Business Erfolg zu haben. Ist natürlich Quatsch und aktuell leichter nachzuprüfen denn je.

Gute Sendung

The Voice of Germany ist eine gute Sendung. The Voice ist mutig. Hier werden alle Beteiligten ernst genommen, die Jurymitglieder, die Künstler und sogar das eigentliche Thema: Die Musik. The Voice verzichtet auf einfache dramaturgische Mittel, mit denen wir alle schon fade Momente spannend gemacht haben. Und es funktioniert. Weil wir glauben was passiert und ich bin mir sicher: Was da passiert ist echt. Ich habe es geahnt als ich erfahren habe, wer in der Jury ist, denn (außer Boss Hoss) sind das tolle Menschen. Dass es aber gleich so funktioniert ist die Belohnung für den Mut von Sender und Produzent. (Vergleiche auch Unser Star für Oslo.)

Ich bin ein Star, holt mich hier raus ist eine gute Sendung. Natürlich ist das eklig, vielleicht auch menschenverachtend oder einfach nur doof, was hier passiert. Und ja, die Wirklichkeit wird nicht originalgetreu wiedergegeben. Da wird geschnitten und uminterpretiert. Hier wird all das gemacht, was DSDS zu einer bösen Sendung macht. Aber es gibt einen alles entscheidenden Unterschied: Die Protagonisten im Dschungel wissen zu jedem Zeitpunkt der Produktion, worauf sie sich einlassen. Sie suchen alle ihre neue, vielleicht letzte Chance in einem Medium, in dem sie schon einmal erfolgreich waren. Sie kennen das Biz. Und sie bekommen auch Geld für ihre Teilnahme. Somit haben wir hier eine höchst professionell hergestellte Sendung die vieles richtig macht und wenn wir über die Teilnehmer lachen, dann dürfen, nein dann müssen wir das auch.

Moral – keine Frage von Sender oder Star

Ein interessanter Aspekt, wenn man fragt ob eine Sendung moralisch ist oder nicht ist die Tatsache, dass dies völlig unabhängig ist von Sender, Sendergruppe, Produktionsfirma oder gar Moderator.

Stefan Raab ist in TV Total alles andere als nett. In seinen Musik Shows aber ist er der ernsthafte Lautsprecher für die Dinge, die ihm am Herzen liegen.

RTL kann Dschungelcamp und DSDS. Und wer glaubt, dass die öffentlich rechtlichen Sender der Hort des Guten wären, muss sich nur fragen, warum die Bild-Ton-Schere an Beispielen der ARD Nachrichten definiert wurde.

Kurzum: Es ist nicht möglich, nicht clever und nicht gerecht einzelne Sender oder Moderatoren zu stigmatisieren. Dreck haben sie alle am Stecken. Aber meist auch glanzvolle Fernsehstunden zu verantworten.

Und ob man nun auf Moral im TV steht oder nicht ist vielleicht auch eine Frage von Geschmack. Ich mags auf jeden Fall. Und wenn ich sehe wie erfolgreich das sein kann, dann macht mir das Sehen solcher Formate umso mehr Spaß!

 

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WARUM INSTAGRAM TOLL IST

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Dass Apple Instagram zur iPhone App des Jahres kürt wäre mir ja noch egal – wenn sie damit nicht irgendwie recht hätten. Denn Instagram ist eine sehr gelungene Anwendung und ich mag und benutze sie sehr gern. Warum?

Es geht um Schönheit

Instagram ist eine Anwendung, mit der ich selbst geschossene Fotos durch einen von 16 optischen Filtern jage, dem Bild so einen hübschen Retrolook verpasse und das Ergebnis in der Instagram Community und zudem beispielsweise auf Facebook oder Twitter teile. Das heißt im Grunde: Ich teile schöne Dinge. Und alle anderen tun das auch. Und das ist einfach eine sehr sehr schöne Sache. Facebook, Twitter oder gar Emails können ja alles beinhalten: Schönes, Fieses, Aktuelles, Dramatisches, Wichtiges, Nichtiges. Instagram ist da sehr eng: Es geht um die Schönheit der Bilder, um den Look, sicher auch das Gefühl. Und das Besondere daran, am Bild. Und das wars. Das ist zum einen oberflächlich. Zum anderen aber befreiend. Sich über Instagram austauschen heißt Schönes zu sehen und Schönes zu teilen. Das ist ein gutes Gefühl. Und ich mag gute Gefühle.

Jeder ist ein bisschen Künstler

Die Software hat dabei, fast wie nebenbei, einen schönen Effekt: Sie macht uns zu Fotografen, zu Künstlern, zu kleinen und bescheidenen und dennoch: Wir fotografieren, hübschen es auf und wollen die Welt Teil haben lassen an dem schönen Bild. Und das heißt, dass wir unsere Umwelt genauer wahr nehmen. Ist dies ein Motif für Instagram? Ist es wert zu teilen? Ist es schön genug? Hat es eine Bedeutung? Die Leute teilen zum Beispiel banale Dinge wie Bilder ihres Essens. Warum? Ich denke, weil sie auch durch Instagram merken, wie gut es ist, wie schön, wie lecker, wie besonders der Moment. Das ist doch toll! Eine kleine Anwendung, die mich spielerisch dazu verführt meine Umwelt, meinen Alltag bewusster zu erleben.

Meine Lieblingscommunity

All dies hat einen Einfluss auf die 7 Millionen Mitglieder der Instagram Community. Denn Himmel, ich war und bin in vielen! Mitte der 90er, als ich noch mit Browsern die Mosaic und Netscape hießen surfte war ich in Powwow, viel später dann in Myspace, StudiVZ, Facebook, Twitter und wie sie alle heißen. Aber die angenehmste aller meiner bisherigen Internetcommunities ist Instagram. Man tauscht schönes und interagiert indem man sich gegenseitig lobt für die schönen Bilder. So einfach. So herrlich! Eine (gar nicht so) kleine Community, die sich gegenseitig auf die Schulter klopft und sagt: “Hübsch.”

Klarer Auftrag, super Bedienung

Ein wichtiger Grund, warum Instagram toll ist ist zudem auch das klare Ziel der App (Bilder verschönern und teilen) und die Einfacheit der Bedienung. Es gibt nicht viel zu tun: Foto machen, aufhübschen, Unterzeile und Ort dazu, teilen. Oder aber andere Bilder sehen, liken, kommentieren. Das ist alles. Auch hier: Wie simpel. Wie schön! Was werden die Facebooks dieser Welt doch immer komplizierter, was müht sich Twitter wieder schlicht zu sein. Instagram hat ein Kerngeschäft. Und sonst nichts. Ach ja: Und es ist kostenlos. Und zumindest aktuell werbefrei.

Aber nicht perfekt

Der kleine Haken an der Sache: Frühere Versionen von Instagram ließen es zu, dass man Bilder bearbeitete und sie speicherte, ohne sie öffentlich zu machen. Das fand ich toll. Das geht jetzt nicht mehr. Und das ist schade. Ich würde gerne private Bilder modifizieren und mit Freunden und Familie teilen und nicht mit der Welt. Aber sei es drum. Ich mache das also seitdem mit Snapseed. Aber das ist eine andere Anwendung.

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7 TIPPS FÜRS ERFOLGREICHE BLOGGEN

DO AS I SAY, NOT AS I DO

Blogtipps
Was ein Glück, dass dieser Blog zu keinem Zeitpunkt hehre welterobernde Ziele verfolgte. Tat er nicht. Tut er nicht. Solche Ziele könnten sein eine immens hohe Zahl an Lesern, oder eine hohe Qualität dieser, oder zitiert zu werden, oder entdeckt zu werden von wem auch immer für was auch immer, oder – ha, mit einem Blog! – Geld zu verdienen. Hätte ich auch nur eines dieser Ziele verfolgt, ich wäre längst kläglich gescheitert und dies – gemäß der Natur eines Blogs – öffentlich.

Auch wenn nicht alle die mich kennen dies glauben mögen:
Dieser Blog war und ist lediglich das Produkt von Neugier, Lust und Möglichkeit. Die Neugier den Blog technisch aufzustellen und zu betreiben. Die Neugier darauf, wie man es wohl inhaltlich redaktionell anzugehen hat. Die Lust endlich wieder selber zu schreiben. Die Lust es zu lernen. Die Neugier ob es mir denn gelingt all jene Maßstäbe, die ich jahrelang von meinen Redakteuren eingefordert habe, selber umsetzen zu können. Und die Möglichkeit, die zeitliche, technische, intellektuelle es auch zu können.
Hab ich also gemacht. Machs noch immer. Und hab was gelernt. Und weils bei einem Blog ja immer ums (mit)teilen geht, hier meine Tipps fürs erfolgreiche Bloggen. Tipps für all jene, die es ernst meinen damit – und ich wünschte ich wäre einer von ihnen.
(Und sollte jemand diesen Blog ein wenig verfolgt haben und sich nun wundern, dass ausgerechnet ich mich erdreiste Tipps zu geben, hat er die meisten der folgenden Lektionen längst gelernt.)

1. Regelmäßigkeit

Alles andere ist nur Mäßigkeit. Ein Blog wird, wenn er nicht gerade von einem absoluten Star geschrieben wird, nur Erfolg haben, wenn der Blogger regelmäßig schreibt. Ab und an mal, wenn das Wetter passt und die Muse küsst ein wenig schreiben, das funktioniert nicht. Nicht im Blog und auch sonst nichts. Aus vielen Gründen.
Der Leser muss etwas finden können und wieder kommen und dann etwas neues finden. Da muss der Blog verlässlich sein in der Frequenz.
Aber auch in der Qualität und wer nicht regelmäßig schreibt wird auch kaum gut schreiben.
Und auch wenn ich es nicht genau weiß, so haben sicher auch Suchmaschinen einen Blog dann lieber, wenn er regelmäßig gepflegt wird. Und gefunden werden hilft ja auch schon mal ungemein, wenn man gelesen werden will.
Es ist mit einem Blog also wie mit allem, was man so macht. Wenn mans ernst meint, muss mans auch ernsthaft machen. Wenn ich mit meiner Band die Welt erobern will, dann langt es nicht, ab und an mal im Proberaum zu jammen und zu sagen, dass ich keine Zeit hab für ne Tour auf die eh keiner kommt. So hat noch keine Band Erfolg gehabt.

2. Stil finden

Es ist kein Problem, eine Band zu gründen und erst einmal mit den Jungs Coversongs zu spielen. Heute Rock, morgen Britpop, am Wochenende Metal. Da kann man viel lernen. Was kann ich? Was will ich? Was sollte ich können und tun, um Erfolg zu haben?
Das ist auch bei einem Blog erlaubt. Umschauen, etwas gut finden, es selber ausprobieren. Alles prima. Solange es der Selbstfindung gilt. Heißt: Wenn ich immer nur nachspiele, werd ich nie eigenständig und nie Erfolg haben. Wenn ich aber von anderen lerne und aus vielen Einflüssen mein eigenes Ding mache, weil ich mich so selber finde und verbessere, so kann ich selber beeinflussen, gut sein, stilprägend.

3. Thema finden

Auch das jonglieren mit vielerlei Themen ist durchaus sinnvoll. Ich interessiere mich ja für recht vieles, aber das heißt noch lange nicht, dass ich auch darüber schreiben kann. Nur weil einer gut ist im Handball muss er nicht auch gut sein im Fußball. Ja wahrscheinlich ist er es sogar nicht. Also das Thema finden, das ich kann, das mir entspricht.
Dies hat dann noch einen weiteren Vorteil: Der Blog wird erneut berechenbar für seine Leser, er wird eine beständige Quelle für all jene, die sich für das gleiche Thema interessieren. Verlässlichkeit ist wichtig. Und ein Markenkern ist es auch. Wofür steht der Blog?
Würde ich diese Frage nicht beantworten können wenn ich an Mercedes denke oder an Apple, die beiden Firmen hätten ein echtes Problem.
Es hilft bei der Suche nach einem Thema im übrigen sich zwei Dinge zu fragen: Worin bin ich Experte? Wofür brenne ich? In der Schnittmenge liegt das Thema.

4. Unempfindlich sein

Ein Blog ist öffentlich. Und nicht nur das. Es liegt in seiner Natur, dass er auch persönlich ist. Ein Blog ist verbunden mit dem Namen seines Autors. Ok muss er nicht, aber oft ist es doch so und das sind in meinen Augen die klassischen, typischen Blogs. Das heißt dann natürlich, dass die Welt liest was ich schreibe und wie ichs schreibe und vermutlich findet jeder der es liest das total mies. Trotzdem schreiben! Trotzdem veröffentlichen! Und wenn Kritik kommt nicht empfindlich sein. Natürlich ist ein Blog eine kreative Arbeit und ich weiß allzu gut, wie emfindlich man ist, wenn man kreativ arbeitet und stolz ist auf sein Werk. Aber es hilft ja nix. Mein erster Song wird kein Welthit. Vielleicht verkauft sich auch das erste Album nicht. Und das zweite auch nicht. Grönemeyer kann viele Lieder von singen. Aber dran bleiben. Kritik ernst nehmen aber dennoch nicht alles für bare Münze nehmen. Besser werden. Weiter machen. Und das auch, wenn – fast noch schlimmer – gar nichts kommt.

5. Promoten

Aber es geht noch weiter. Es langt nicht, einfach nur da zu sitzen und zu warten, dass was passiert. Bloggen heißt auch immer Selbstmarketing. Die Welt wartet nicht auf dich, die dreht sich auch so. Wenn du also willst, dass man dich liest, dann wirst du den Leuten schon sagen müssen, dass es dich gibt. Also allen erzählen, dass du jetzt bloggst, auf Facebook posten, twittern und der Himmel weiß was, lass es die Welt wissen. Das kann unangenehm sein, denn man ist sich vielleicht nicht sicher, ob das gut ist was man macht. Vielleicht hat man Angst vor Kritik oder davor ausgelacht zu werden. Und es ist ja immer schwer kreativ zu sein und gleichzeitig ein Verkäufer. Aber es hilft ja nix. Wenn dus nicht selber tust, wirds auch sonst keiner.

6. Interaktion

Und wir legen noch ne Schippe drauf. Denn ein Blog kommt nicht anonym aus irgendeinem Verlagshochhaus von einem anonymen Autor. Ein Blog ist persönlich und direkt und so kommt er beim Leser an und so kommt es vom Leser zurück. Da kann man nicht einfach aus der Deckung schießen, da braucht es Feind-, pardon: Kundenkontakt. Also interagieren mit dem Leser, mit anderen Bloggern, mit der Welt da draußen. Das ist zum einen ein Bedürfnis jener die dich lesen. Zum anderen ist es ein Weg auf dich aufmerksam zu machen. Auch Blogger sind eine Szene. Und ganz allein ists sehr sehr schwer.

7. Bloggen ist Journalismus

Es ist unsinnig zu behaupten, das wäre nicht so. Bloggen ist eine journalistische Disziplin. Wer Journalismus auf das Schreiben eines Zeitungsartikels reduziert macht zwei Fehler: Er verkennt die Vielfältigkeit journalistischer Arbeit. Und er übersieht die Parallelen zwischen Zeitungsartikel und Blogeintrag.
Es gibt in meinen Augen einen Hauptgrund dafür, dass Blogs nicht immer als Journalismus angesehen werden: Das kleine Wörtchen “ich”.
Blogger sind mutig von sich selber und über sich selber zu schreiben und eine Meinung zu haben und (und eben das ist der einzige Unterschied) dies auch zuzugeben. Der Blogger schreibt “ich” damit jeder weiß, wers sagt. Viele Printkollegen tun dies nicht. Weil sie es nicht dürfen. Weil sie es nicht wollen. Und doch ist es eine sehr alte Erkenntnis, dass auch der vermeindlich seriöse Journalismus geprägt ist von Subjektivität, Meinung und Einflussnahme. Bloggen ist also eine ehrliche und mutige Form des Journalismus.
Und hat somit auch die Regeln des Journalismus zu beachten. Das sind handwerkliche Regeln über Gliederung und Wortwahl, das richtige Formulieren von Überschriften und ähnliches. Das sind Aspekte wie richtiges Zitieren und Recherchieren. Das ist das Streben nach Wahrheit und Klarheit. Wenn Bloggen nur unreflektiertes Blabla ist, wird es keinen Erfolg haben.

Ich selber habe keine dieser Tipps ernsthaft und über einen längeren Zeitraum befolgt. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als leitender Redakteur weiß ich aber: Jede redaktionelle Disziplin hat ihre Regeln und wer erfolgreich sein will auf seinem Gebiet tut gut daran diese zu kennen. Die Regeln zu beherzen ist verbunden mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf Erfolg – genügend Talent und ein wenig Glück vorausgesetzt.
Natürlich ist es immer und jederzeit möglich die Regeln zu brechen. Doch muss ich sie vorher kennen und meine Rebellion muss einen Grund und ein Ziel haben.
Grundsätzlich aber halte ich es für unausweichlich sich bewusst zu machen, was die Gesetzmäßigkeiten sind. Jemand anderes mag für sich andere finden. Aber so ganz ohne, das ist meine feste Überzeugung, so ganz ohne bleibt es eine kreativ-intellektuelle Fingerübung.

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KATHOLIZISMUS SCHLÄGT FUSSBALL

ARGUMENTATIONSHILFE FÜR CHRISTEN


Ich kenne Menschen die nach einem Glas Bier die Religion an sich sehr, das Christentum heftig und den Papst leidenschaftlich verfluchen. Die gleichen Menschen sprechen nach weiteren Gläsern von ihrem Lieblingsfußballverein als Religion – und meinen das völlig ernst und völlig zu recht. Christenbashing hier, Heiligsprechung Maradonnas dort. So ist er, der Fußballfan. Jetzt könnte mir das als SC Freiburg Fan ja egal sein. Täten mir nur nicht die armen Christen so leid. Die sind nämlich irgendwann nach den Kreuzzügen zu braven Lämmlein mutiert, die sich gerne auf die argumentative Schlachtbank führen lassen. Die Amen! Und da ich kein Christ aber mitfühlender Fußballfan bin und da es so herrlich rebellisch und irre provokant ist: Hier also für all die braven zahmen Christen da draußen eine Argumentationshilfe im ewigen Kampf: Christentum gegen Fußball.

Der böse Boss

An der Spitze der katholischen Weltreligion steht der Papst und der gilt seinen Anhängern, also den Fans seiner Religion, als Stellvertreter Gottes. Das mag für den abseits stehenden Fußballfan seltsam klingen. Doch selbst dieser wird zugeben müssen, dass es im eigenen Verein noch viel schlimmer ist. Denn: An der Spitze des Weltußballs steht nicht der Heilige Vater, sondern der Teufel persönlich, namentlich Sepp Blatter. Nun mag Benedikt vielleicht aussehen wie der Imperator aus Krieg der Sterne. Blatter aber agiert wie eben dieser. Wo der Papst ein askethisches ruhiges Leben in einer kleinen altmodischen Wohnung (wenn auch in zentraler Lage) lebt und sich als Luxus Blumen schneiden und Wein trinken gönnt, lebt Blatter im Luxus, ist korrupt, geht über Leichen und frisst kleine Kinder.

Kritik intern

Jetzt mag ein frommer Christ sagen, der Papst sei in seinen Augen ein rechter Depp. Er wird dennoch die allerallermeisten Aspekte seiner Religion ungestört weiter leben können und jene Aspekte, die ihn am Pabst stören, in seinem Leben anders händeln. Er wird sogar in seine Kirche irgendwo in Deutschland gehen können und auf einen Pastor treffen, der die Kritikpunkte ebenso sieht und lebt und lehrt wie der fromme Dissident. Soweit so entspannt. Der Fußballfan hats da doch schwerer, denn wenn Herr Blatter bestimmt, dass Fußball fortan auf einem Bein stehend und mit roter Gumminase zu spielen sei, so wird dies geschehen, in der Bundesliga, in der Kreisliga und bei der Weltmeisterschaft und nur die Fans von Mainz 05 hätten ihre Freude daran. Wem das nicht passt und wer spielen will wie er immer schon spielte, wird da recht bald alleine spielen. Sicher aber nicht bei der FIFA.

Machtfrage

Sepp
Das zeigt schon einen entscheidenden Aspekt auf, nämlich die Macht, eine Sache die tendenziell böser wird je größer sie ist. Nicht nur hat Teufel Blatter in seinem Verein viel mehr Macht als der Papst in seinem. Auch wird ihm von außerhalb viel mehr Macht zugetragen, denn ich wage mal die These, dass es viel mehr Fußballfans als Christen gibt. Fans sind Macht. Viele Fans sind viel Macht. Jeder Christ ist auch Fußballfan. Aber umgekehrt? Wie sonst könnte es sein, dass viel viel viel mehr Menschen das Finale der Weltmeisterschaft sehen als die Wahl des Papstes? Live übertragen wird beides! Zudem: Der Papst guckt Fusball, aber Blatter feiert vermutlich eine schwarze Messe wärend der Papst gewählt wird.

Vereinswechsel

Bin ich dennoch der Meinung, dass dieses Christending nichts für mich ist, so ist das gar kein Problem, denn dann gehe ich zum Amt, steige aus und spare auch noch Geld in Form der Kirchensteuer. (Erste heilige Kommunion und Firmung hab ich da aber dann schon verstreichen lassen als Vereinsangebote, dem Club den Rücken zu kehren.) Wenn ich dann als frischgebackener Exchrist sagen wir im Ruhrgebiet eine Kirche betrete, dann wird man mich da jedoch nicht mit Plakaten empfangen die mich als Hure bezeichnen oder mir vorwerfen, selbst Judas hätte mehr Ehre gehabt. Aber im Fußball, Herr Neuer? Der Ehrenkodex der Fußballultras ist eine Blut-und-Ehre-Ideologie, die die Opus Dei Gang zu Chorknaben degradiert.

Gewalt

Primborium, Riten, Trikots, Vereinslieder haben sie beide. Und Mitglieder des jeweils anderen Vereins bzw der anderen Religion können sich schon mal nicht leiden. Aber: Es werden in Deutschland mehr Menschen von Fußballfans aus Füsballfangründen verprügelt als Katholiken von Protestanten von Zeugen Jehovas. Stimmt nicht? Nun, die Fans von Rostock, Dresden, Frankfurt und Pauli sind sicher bereit, ihre Ansicht zum Thema mit Nachdruck zu verdeutlichen.

Übles Nachspiel

Natürlich darf man bei all dem Vergleichen nicht vergessen, dass es in der katholischen Kirche auch ziemlich üble Aspekte gibt: Imperialismus, Schwulenfeindlichkeit, keine Frauen in den Führungsetagen und Hang zur Übertriebenen Selbstdarstellung der Würdenträger. Das ist alles unschön wenn nicht gar widerlich und ich habe leider nicht den Eindruck, als hätte der Papst deswegen schlechte Träume. Allerdings: Das sind auch alles Gebiete, in denen sich der Weltfußball so verhält, als wolle er dem Katholizismus hier den Oberrang ablaufen.

Wenn der brave Christ also im Berliner Olympastadion dem Papst und nicht der Hertha zujubelt, so kann er das aus einer Position der Stärke tun. Er ist Fan eines Traditionsvereins, bei dem Maradonna, Beckenbauer und Cissé spielen. Gleichzeitig! Und sollten alle obigen Argumente nicht punkten: Diese Spieler sollten den Fuballhool doch überzeugen.

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FUNDSTÜCKE

EMPFEHLENSWERTES ZU G.W.BUSH, PUTIN, SOMALIA, DATING


Lesen sie heute wann George W. Bush als Präsident am nervösesten war, was Putin alles tut um als russischer James-Bond-Politiker zu gelten, warum sich somalische Massenmörder zu viel Mühe gegeben haben und wie die Zukunft wenn nicht gar Gegenwart des Datings aussieht.

George W. Pissing His Pants

Die Washington Post berichtet von dem Moment, in dem sich der ehemalige U.S. Präsident George W. Bush fast vor Nervosität in die Hose gemacht hätte. Der pensionierte Texaner erzählte in einer TV Doku, dass es nicht etwa der Moment war als er erfuhr, dass das World Trade Center angegriffen wurde, nicht die Tage, in der die Welt bankrott zu gehen drohte oder als Hurricane Katrina die Südstaaten das Klo runter spülte. Nein, viel banaler, was beim sympathisch dilletantischen Ex-Präsi auch nicht wundert. Es war der Moment, in dem er den traditionellen ersten Wurf in einem Baseballspiel machen musste. Todesmutig dem Untergang der Welt ins Auge geblickt, aber zittrige Knie mit einem kleinen Ball in der Hand. Typisch, möchte man meinen und den alten Georg auslachen. Aber – nein, wozu? Denn ist das nicht allzu menschlich? Präsident sein war ja immerhin sein Job und in jedem Job gibt es Krisen und dann spult man seine Krisenerfahrungen ab, weiß was man tut und auf wen man sich verlassen kann. Auch wenn Bush das nicht so arg erfolgreich getan hat, er war doch sicher immer der Meinung, dass er einen 1a Job macht. Aber live im Fernsehen einen Ball werfen? Alle gucken zu bei einer Disziplin, die man eben nicht(!) kann? Wem würde es da nicht schummrig werden im Bauch? Auch hier, leider auch hier ist der lässig blöde Junior doch auch und schon wieder nur ein Mensch.

Putin, männlichster aller Politiker

Nicht so sicher bin ich mir dagegen bei Vladimir Putin. The Atlantic zeigt eine beeindruckende Serie von meist sogar bekannten Fotos, die den russischen Ex-Präsidenten und aktuellen Ministerpräsidenten in verschiedenen wahnsinnig männlichen und schon fast gar nicht mehr menschlichen Posen präsentiert. Was eine kaltschnäuzige Zurschaustellung von Testosteron! Da ist ein Mann, der seinem ganzen Land zeigt: Fürchtet euch nicht, bei mir seid ihr sicher, denn ich habe die dicksten Eier von Moskau bis Kamtschatka. Panzer, Tiger, Tiefseetauchen, Armdrücken und sogar Klavier spielen, der Mann kann alles und somit mehr als James Bond, Rambo und Flippi Rösler zusammen. Wer die Bilder in Reihe angesehen nicht beeindruckend findet mag auch keine Action Filme. Und hat auch keien Humor. So!

Genozidverschleierung unnötig

Apropos Action. So beißend und bitter und hart wie die Satire im Onion auch ist, so sehr trifft sie doch den tödlichen Ernst der Lage. In einem dunklen Winkel Afrikas werden Abertausende massakriert, aber da es dort weder Öl, noch zahlungskräftige Konsumenten oder fesche Ferienressorts gibt, bleibts unbeachtet wenn nicht gar unbemerkt. Alles eine Frage der Relevanz und auch bei mir nicht an die Top Position der Artikel gesetzt. Ja, ich fasse mir an die eigene Nase.

Dating in Zeiten der Social Networks

Zum Glück harmloser und dennoch lustig diese (hoffentlich) erfundene Konversation zwischen einem Schüler und einer Schülerin. Und ja, auch hier habe ich mich ertappt gefühlt. Ist es nicht auch bei uns oft ein gefährliches Marketing Halbwissen und eine übertrieben unangemessene Angst vor der Öffentlichkeit, die uns zu ganz ähnlich albernen Handlungen bewegt – in Liebesdingen? Und machen Überwachungsmaschinen wie Facebook und frühkindliche Erfolgsdrills es nicht zu einer Realität, dass wir lieber mal nichts tun, als nicht mutig sondern gedankenlos das Richtige zu tun? Für Bobby und Alice hats auf jeden Fall kein Happy End. Die lieben Kleinen wissen einfach schon zu viel. Nicht über sich, aber darüber, wie die Welt tickt. Auch wenn die digitale Welt natürlich nicht tickt, sondern piept. Und zwar nicht ganz richtig.

 

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